Jesusliebhaber - Warum wir Jesus nicht nur verehren, anbeten, zitieren können, sondern auch lieben dürfen.

Shownotes

Was ist das denn für ein Titel: Jesusliebhaber! Wo soll uns das denn hinführen? Wenn man Jesus, der Geliebte, googelt, kommt man zuerst auf: Wie hieß Jesus' Geliebte? Hatte Jesus eine Affäre? Auch wenn der Titel erst mal sperrig, für manche befremdlich rüberkommt – für mich verbindet sich damit ein Herzensanliegen. Und tatsächlich – ich oute mich hier als einen Jesusliebhaber. Was heißt das „Jesus-Liebhaber“? Wer oder was ist gemeint. Falls dich das neugierig mach, hör hinein!

Transkript anzeigen

00:00:22: Klosterflüstern!

00:00:24: Willkommen zum Podcast aus dem Klosterdrübeck.

00:00:28: Mein Name ist Stefan Wohlfahrt und ich versuche auch mit dieser Folge, meine Höhre anzuregen, neugierig zu machen auf das was für mich christliches Birelitalität heilsam und sinnstiftend macht heute Jesus liebhaber eine Wiederentdeckung eines vergessenen, oft verfehmten Motivskristlicher Spiritualität.

00:00:57: Warum will Jesus nicht nur verehren, zitieren, anbeten sollen sondern auch lieben dürfen?

00:01:10: Ja was ist denn das für ein Titel, die Jesus liebt?

00:01:14: aber wo soll uns denn das hinführen fragt sich jetzt vielleicht manch eine einer.

00:01:22: wenn man Jesus Der geliebte Googled kommt man zuerst auf, wie hieß Jesu Geliebde?

00:01:32: Hatte Jesus eine Affäre.

00:01:34: Solche Dinge floppen einem dann sofort entgegen!

00:01:38: Und auch wenn mein Titel hier erst mal etwas sperrig erscheint für manche vielleicht sogar befremdlich rüberkommt... ...für mich verbindet sich damit ein Herzensanliegen und tatsächlich ich oute mich hier als einen.

00:01:58: Was heißt das eigentlich?

00:01:59: oder was ist gemeint?

00:02:02: Sind es die Leute, die Jesus lieb haben, die in einer besonderen Gottbehüte vielleicht gar erotischen Beziehung zu ihm stehen.

00:02:12: Manchmal grausst jetzt vielleicht schon etwas.

00:02:16: Ich will kurz erzählen wie ich dazu komme.

00:02:30: als ein selbstverständlicher Begleiter mitgegangen.

00:02:34: Den Bildern, Geschichten die mir meine Eltern ans Herz gesprochen haben wurde er eine bändiges Gegenüber.

00:02:42: Meine älteren Brüder in einer Großfamilie übertrogen auf mich in den siebziger Jahren ihre Begeisterung von der Jesus-Piebelbewegung, die ja eng verflochten mit Flowerpower und Tipi Bewegungen war.

00:02:56: Damals war Jesus Noch richtig cool.

00:03:00: Er war sowas wie ein Idol und man stellte ihn sich ja auch vor, wieso einen Hippie mit Sandalen und schlapper Klamotten.

00:03:10: Das sorgte wohl auch dafür dass mein Glauben die Pubertät ganz gut überstand.

00:03:17: Trotz einer Echoengung und Repression durch das DDR-System fand ich es cool zu meinen langharigen Hippi Brüdern zu gehören die eine Band gründeten und die Jesus-Botschaft mit Musik und viel Begeisterung verbanden.

00:03:35: Im Theologiestudium kam dann die Ernüchterung, Jesus ist mir da als ein gut durchleuchteter und immer ungreifbarer Schämen begegnet.

00:03:48: Er wurde gründlich – wie man heutzutage sagt – dekonstruiert, kategorisiert Und ich wurde etwas desillusioniert.

00:04:00: Die wenigsten Worte im Evangelium sollten wirklich von ihm selbst stammen.

00:04:04: Weihnachtsgeschichte und vieles andere, alles nur ein Mythos.

00:04:10: Im Studium wird Jesus immer mehr zu einem theologischen Konstrukt und immer weniger zu einem Ansprechbaren gegenüber oder gar zu einer Kraft, einer Geistkraft.

00:04:22: in mir Mein Bild von Gott immer differenzierter und zugleich gestaltloser, mein Denken immer aufgeklärter und kritischer.

00:04:33: Doch verloren habe ich Jesus nie!

00:04:36: Da gab es zu viel prägendes in der Kindheit und Jugendzeit und immer wieder gab es Menschen die mir Jesus durch ihre Art zu glauben und zu leben ans Herz legten.

00:04:50: Doch irgendwann ist mir bewusst geworden dass mein Konstrukt von Glauben Ja, etwas hohl- und einsturzgefährdet wird wenn ich mich immer weiter in so einen gedachten Glauben hineinziehen lasse.

00:05:05: Der von Richtigkeiten lebt – von Einsicht!

00:05:08: Und was weiß ich?

00:05:11: Ich spürte lebendiges.

00:05:13: Birtalität heißt nicht die besseren Argumente zu haben und gut diskutieren zu können auch wenn das für mich dazu gehörte sondern es heisst aus einer lebendigen Erfahrung zu schöpfen und in Verbindung zu sein, mit dem woran ich glaube.

00:05:34: Drei Dinge haben mir geholfen mein Weg zu gehen in meiner Spiritualität, in meiner Jesusbeziehung.

00:05:45: Das eine war die Erfahrung von Stille und die kontemplative Form des Gebetes.

00:05:54: Ich habe gemerkt, ich brauche auch in mir diesen Raum von Stille, von Klärung und von Leerwerden um in der Tiefe in Beziehung zu kommen.

00:06:07: Das zweite waren Naturerfahrungen.

00:06:11: Ich habe gemerkt dass mir das Göttliche, ja ich möchte auch fast sagen der Christusgeist durch die Natur nahekommt, dass er mir in seiner Lebendigkeit und Hingabe dort begegnet so wie die naturvolle Hingave ist Aber vor allem eben auch durch Menschen, die in einer innigen und zugleich reflektierten Beziehung zu Jesus Christus lebten.

00:06:40: Solche Menschen habe ich von mir als twenty-fünf Jahren in der Christusbruderschaft Selwitz am evangelischen Orten gefunden.

00:06:49: Die damalige Priorin sagte mir Wenn du dich ganz eng an Christus hältst dann wirst Du ganz weit für die Welt und für die Menschen.

00:07:02: Diese paradoxe Spannung fand ich anziehend und für mich total spannend und einladend, sehr reizvoll.

00:07:10: Und so einleuchtend, dass sich mit meiner Frau irgendwann dem Drittorten dieser Gemeinschaft beitrat.

00:07:20: Mein Gottesbild hat sich im Laufe der Jahre weiter geweitet – hoffentlich auch mein Menschenbild.

00:07:27: Dabei hat es mich immer stärker trotzdem zu Jesus hingezogen!

00:07:33: Für mich ist er mein inneres Licht, sprudelnde Quelle in mir, Lebensenergie, lebendiges Gegenüber und noch viel mehr.

00:07:42: Und ich kann dieser Christus-Energie überall

00:07:45: begegnen.".

00:07:48: Der Franziskana Richardor fragt, was wenn Christus ein Name für die auf Gott hindurchscheinende Präsenz in jedem Ding im Universum ist?

00:08:01: wenn Christus ein Name für die ungeheure Tragweite jeder wahren Liebe ist.

00:08:09: Ich liebe diese Fragestellung und kann sie immer wieder mit einer Erfahrung verbinden, die Gefahr bei diesen schönen und großen Gedanken ist der Mensch.

00:08:20: Jesus wird dabei schnell zu einem geradezu kosmischen Prinzip und verliert seine Bodenhaftungen.

00:08:28: irgendwie wird er auch unberührbar obwohl er doch dem Zweifler Thomas nach der Auferstehung auffordert, ihn an seinen Wundenmalen zu berühren.

00:08:40: Das bewegt mich immer wieder!

00:08:43: Ich bin der Überzeugung, dass die Christusenergie alles durchströmt – das ganze All.

00:08:49: Zugleich begegnet mir auch heute noch der Jesus von Nazareth in der Bilder- und Vorstellungswelt des Evangeliums.

00:08:59: Er begegnete an dessen Herzen ich ruhen kann, wie der Jünger beim Abendmahl den er besonders liebte.

00:09:11: Für eine kosmische Christusenergie kann ich mich zwar öffnen aber ich kann sie nicht lieben.

00:09:19: doch den Jesus der Evangelien mit seinen Gesten seiner Weisheit seiner poetischen Wortkraft seiner genialen Einfachheit seiner Hingabe und Liebe Auch mit seiner Unzugänglichkeit, oft Schroffheit und Fremdtheit.

00:09:36: Den kann ich lieben!

00:09:39: Und schon immer hat die Kraft des christlichen Glaubens aus der Hingabe von Menschen gelebt, die sich ganz mit diesem Jesus als Freund liebhaber ja sogar im Bild des Breutigams verbanden.

00:09:56: Immer begegnet er mir in dieser Spannweite zwischen den zwei Polen auf der einen Seite der kosmische Christus als universaler Geistkraft, die in sich ja sowas wie den Kot für Leben Liebe und Wachbarkeit trägt.

00:10:14: Und auf der anderen Seite der Jesus der Evangelien aus Fleisch im Blut dass ich berührbar machte und berührte Ich brauche beide zusammen ergeben sie für mich.

00:10:26: das Gesamtpaket ist für mich das Urbild, das leuchtende Symbol eines von Liebe und Leben erfüllten Daseins.

00:10:38: Und zugleich ist er der, der mir den Weg in so einen Mensch sein, in so ein Dasein zeigt – und es ist mit zu wenig ihn als Guru-Weißheitslehrer Rapi zu sehen, der mich in die Geheimnisse des Lebens einweist!

00:10:56: Er ruft mich in Beziehung.

00:11:00: Das Leben reift und wandelt sich nicht durch lehrreiche Einsichten, Appelle, gute Vorsätze, Gebote oder Lernen.

00:11:09: Wir werden am stärksten durch Beziehungen und ihre Energien geprägt im guten wie im schlechten.

00:11:17: Wir müssen die Menschen spüren mit ihnen Zeit verbringen damit sie ihre Energie und Haltung mit unseren verbinden, damit wir an ihn

00:11:25: wachsen.".

00:11:28: Der Kern christlicher Spiritualität besteht für mich darin, mich mit Jesus zu verbinden.

00:11:33: Mit ihm in Beziehung zu sein.

00:11:35: Seinen Geist einzuatmen.

00:11:39: Mich davon durchstringen zu lassen seinen Licht in mir freizulegen oder wie es in der Sufi-Mystik heißt den Seelenspiegel zu putzen damit sich sein Licht in mehr spiegeln kann.

00:11:55: Ich möchte auch sagen Es klingt mir nicht, die Welt, die Menschen um ihre Selbstwillen zu lieben.

00:12:03: Aber wenn ich in Verbundenheit mit Christus bin, erkenne ich Ihre Verletzlichkeit, ich erkenn' ihr Potenzial auch ihre Erbarmungswürdigkeit, ihre Lebendigkeit und ... auch ihre Liebenswürdigkeiten!

00:12:18: Christus gibt mir erleuchtete Augen des Herzens.

00:12:21: durch ihn, kann ich die Welt und die Menschen mit den Augen der Güte

00:12:26: sehen.".

00:12:29: Wenn ich das Herzensgebet meditiere indem ich sehr zu Hause bin, dann atme ich seinen Namen.

00:12:37: Verbinde mich mit seinem Wesen der Präsenz seines Geistes in allem!

00:12:42: Ich tauche ein in seine Güte und Hingabe und lasse mich davon berühren und hoffentlich auch ein bisschen erleuchten.

00:12:57: Hingabe hervorruft, dass Johannes Evangelium entfaltet diese hingegebende Liebe Jesu und die antwortenden Liebe derer, die ihm folgen.

00:13:09: Gerade das sonst oft zu schwer zugängliche und vergeistigte Evangelium des Johannes wirkt in sich die innigsten Liebesmomente in der Begegnung Jesu mit den

00:13:21: Menschen.".

00:13:23: Besonders berührt mich immer wieder diese Szene beim Abendmahl, wo fast beiläufig geschildert wird wie der Jünger denesus liebte an seinem Herzenroute.

00:13:35: Für mich ein großartiges tröstliches und bergendes Bild.

00:13:41: Diese sogenannte Johannes-Mine oft dargestellt in wunderbaren Plastiken lädt mich immer weiter zur Meditation ein.

00:13:51: Und diesem Jünger, den Jesus liebte, dem wird kein Name gegeben.

00:13:55: Auch wenn er in der Tradition oft als Johannes gesehen wird.

00:13:59: und das finde ich gerade so wunderbar weil jeder auch ich dieser Namenlose sein kann dass sich von Jesus geliebt war.

00:14:07: es oder ich denke an dieses zarte Szene zwischen dem Auferstandenen Christus und Maria aus Magdala im Garten wo so ein Spiel von inniger Nähe und notwendiger Distanz geschildert wird.

00:14:26: Liebe braucht auch das Moment der Fremdtheit, es achtet sie und sieht darin eine Quelle der Wahrhaftigkeit und Inspiration – und der oft spröde-und abwährende Jesus hat hier sein Ort!

00:14:43: Liebe lässt gelten was der Geliebte ist, sie lässt auch das Befremdliche an ihm zu, kann sich freuen an seiner überraschenden Andersartigkeit.

00:14:55: Und liebe inszeniert Zärtlichkeit und Sinnlichkeit.

00:14:58: davon erzählen die zweimalige Salbung Jesu und der Jünger, der an seinem Herzen ruht oder auch Maria aus Britanien, die zu seinen Füßen liegt und lauscht.

00:15:13: Liebe verwandelt und bricht auf!

00:15:16: Der Gauner Zacheus kann alles hergeben nachdem ihn die Güte Jesu berührt hat.

00:15:24: Und Liebe macht schön!

00:15:28: Ich denke an diesen Satz beim Propheten Jesaja, ihr werdet den König in seiner Schönheit sehen und schauen in ein weites Land.

00:15:39: Die Schönheit und Würde des gekreuzigten Jesus im romanischen Kreuzestarstellung sprechen mich immer wieder und die haben so eine erstaunliche eigene Art und Weise, die Hingabe des Leids Jesu ja in Schönheit zu verwandeln.

00:16:00: Liebe entdeckt immer neu die Schönheit und die Anmut des Geliebten.

00:16:05: sie lässt sich verzaubern von seinen Gesten, von seiner Ausstrahlung.

00:16:10: hast du schon einmal darüber nachgesonnen welche Liebe und Schönheit in einem Menschen wirkt aus dessen Herzen Diese einzigartige Geschichte vom verlorenen Sohn fließt, die also bekannt ist.

00:16:24: Die so voller Güte Großherzigkeit und Mitgefühl ist?

00:16:30: oder diesem Jesus dem sich Maria aus Betanien zu Füßen lagert einfach um seine Präsenz aufzunehmen einzuatmen mit seinen Worten und Gleichnissen zu lauschen wie viel Liebe von einem Menschen ausstrahlt und überspringt dass zwei Frauen dem Bedürfnis nachgehen, ihn mit kostbarsten Öl zu berühren und zu salben.

00:16:57: Und warum fragt der auferstandene Christus dreimal den Petrus?

00:17:02: Hast du mich lieb?

00:17:04: Weil es ihm nicht um gehorsam Gefolgschaft geht sondern um Liebe und Verbundenheit!

00:17:12: Und die Sprache der Liebe ist die Poesie.

00:17:16: Warum ist das hohe Liederliebe im ersten Brief an die Gemeinde in Corinne für viele Menschen der berührendste Text des Apostel Paulus?

00:17:27: wegen seiner poetischen Bildkraft?

00:17:29: Er ist direkt aus der mystischen Beziehung des Paulus zu Christus erwachsen und atmet seinen Geist.

00:17:37: Und für viele wurde das andere Hohe Lied der Liebe aus dem ersten Testament zu einem Gleichnis für die Liebe zu Christos, heißt es da doch!

00:17:47: des Nachts auf meinem Lager suchte ich, den meine Seele liebt.

00:17:55: Die Franziskarnerin Shasta Mechthild Karm Elart hat daraus einen sehr innigen Gesang geschaffen, den man auch als Kanon singen kann.

00:18:04: Aufgebrochen bin ich, Den zu suchen, den mein Seele libt.

00:18:11: Mit glühendem Herzen verlangt mich Dich meinen Herrn zu sehen!

00:18:17: Ich suche Dich, ich suche dich.

00:18:19: Du selbst bist es, der mich

00:18:22: findet.".

00:18:26: Ja und dann denke ich an die vielen Mystiker!

00:18:28: Warum kommt gerade die spanische Mystik einer Teresa von Avila und eines Johannes vom Kreuz so fast schon liebestrunkend daher?

00:18:37: Weil das tragende Band ihrer Gottesbeziehung Die Liebe zu Jesus ist.

00:18:42: Nach Teresa kann man mit Jesus nur reden wie mit einem geliebten Freund.

00:18:48: Diese Liebestrunkenheit steht bei diesen beiden Mystikern in einer Gerharte zu kuriosen und wunderbaren Spannungen, zu ihrem ausgeprägten Realitätsten ihrer Bodenhaftung und einer feinen Selbstironie die alles überspannter ablehnt.

00:19:06: Das erstaunt mich immer wieder eigenartig.

00:19:09: Scheinbar geht beides gut zusammen!

00:19:12: So gibt es viele Beispiele wie Die Mystik aus der Liebe zu Christus lebt.

00:19:19: Heilige wie Katharina von Alexandrin suchten eine mystische Vermählung mit Christus, auch so ein Bild.

00:19:27: In der mystischen Tradition geht es darum den Geliebten im Herzen zu tragen in seinem Wort zu betrachten – eine tieferere Einung anzustreben.

00:19:40: und die mystische Beziehung zu Christus ist eine zutiefst persönliche mit eigener Identität verbundene Erfahrung die eine Abkehr von überkommenden Glaubensformen sucht.

00:19:53: Es geht ums Spüren, um lebendige Erfahrungen von Liebeverbundenheit, von Geistkraft und nicht um Richtigkeiten oder Dogmen- oder

00:20:04: Glaubenzetze.".

00:20:07: Johannes vom Kreuz – bekannt als Lehrer der dunkle Nacht, der in Spanien aus der Patron der Poeten in Ehren gehalten wird betont immer wieder um was es in seiner Mystik geht, das Eintreten in diesen Liebesraum, in diesem Beziehungsraum.

00:20:27: Johannes ist vom Blick des Geliebten bis in sein Innerstes getroffen – von daher ist das Schlüsselwort seiner Lehre die Advertenzia amorosa und das liebende Aufmerken, Achtsamkeit der Menschenseele auf den sie liebenden

00:20:45: Christus.".

00:20:48: Auch Juliana von Norwig, diese Ausnahmerscheinung im mittelalterlichen England lebt aus dem Spirit und der Power dieser Liebesbeziehungen.

00:20:59: In der Mitte ihrer Vision steht die Gestalt Christi – sie betrachtet ihn mit den Augen einer liebenden, die das Herz dessen sieht, der sich ihr hingibt.

00:21:09: In einer Ihrer ersten Vision sieht sie Christus am Kreuz in einer Intensität die das äußere Bild übersteigt.

00:21:17: Sie sieht, wie sein Blut fließt nicht als abstrakter Erinnerung sondern als lebendige Gegenwart und jeder Tropfen war für sie ein Zeichen von Liebe.

00:21:28: es war kein blutiges Detail was abschroll erweckt sondern einen Ausdruck von Hingabe die sich verströmts.

00:21:37: Und sie sahen dass ist eigenartig bei ihr Christus nicht nur als Gottessohn als geradezu mütterliche Gestalt.

00:21:46: Seltsam!

00:21:48: Für sie war Christus sogar die Mutter, die uns in Schmerzen gebiert, die us Ernährt mit ihrem Leib und Blut – die uns ja gerade zu den Armen hält.

00:21:58: Und sie erkannte das Leitengristi ist nicht nur sein eigenes sondern unser aller geteilt und getragen in einer Liebe, die alles

00:22:07: umspannt.".

00:22:11: Arnold Metzinger merkt an In der Gestalt Jesu besitzt das Christentum eine erosfreundliche Substanz, es klingt jetzt erstmal etwas abstrakt.

00:22:25: Er verweist auf Heinrich Böll, da sieht im Neun Testament eine Theologie der Zärtlichkeit die immer heilend wirkt durch Wurte, durch Handaufliegen, durch Küste gemeinsame Mahlzeiten.

00:22:41: Böll sieht viele Zeichen für gerade zu erotische Kultur, die mehr umfasst als Sexualität.

00:22:49: Umarmungen sindliche Gesten, gemeinsames Essen und Trinken, Fußwaschung Gespräche Ölungen was es da alles gibt.

00:23:01: Metzlinger sagt dazu wir haben in Jesus einen liebenden Menschen vor uns eine Inkarnation Also eine Verleiblichung der Erotik Gottes und damit letztlich einen Arschetyp, ein Urbild des Liebhabers.

00:23:19: Auch wenn uns die asketisch-griechisch-illenistische Auslegungstradition dies lange unterschlagen hat.

00:23:29: Jesus als Liebhaber zu bezeichnen mag ungewöhnlich erscheinen doch was war er sonst, wenn nicht liebhaber?

00:23:38: Liebhaber der Armen und unterdrückten, liebhabern auch des Weines und des guten Essens.

00:23:45: Und der Gastmahle, der Gastgemeinschaft, lieben aber seiner Freunde und Freundinnen, liebe aber das Lebens- und der Menschen.

00:23:59: Woraus speist sich heute in einem ganz normalen Leben solche Innigkeit der Beziehung zu Jesus?

00:24:09: Zum einen kann ich seine Geschichten, Gesten und Bilder immer wieder in mir wirken lassen, imaginieren.

00:24:19: Das schafft Verbindung!

00:24:21: Ich kann aus der Lebendigkeit und Innigkeit anderer vor mir schöpfen – der mystischen Tradition überhaupt in der Glaubenstradition sowie Theresa oder Johannes von Kreuz und viele andere es gezeigt haben.

00:24:42: Und das Abendmahl kann so ein wirkmächtiges Ritual, ein Ortsinnigerverbindung mit Jesus und seiner Hingabe sein – und für mich ist es dann auch vor allem das Jesusgebet dieses kontemplative Beten als ein Ort der Begegnung mit dem Geliebten.

00:25:03: Seit vielen Jahren führe ich Menschen an das Jesus- oder Herzensgebet nach dem Kriserweg von Franzialitscher ran.

00:25:11: Im Zentrum des Gebetes steht nach meiner Anleitung immer der Name Jesus Christus, auch wenn ich die Freiheit gebe mit anderen Namen zu beten und mit seinem Namen verbunden ist seine Person sowie sie uns in den Evangelien begegnet.

00:25:29: Ich selbst habe in meiner langjährigen Meditationspraxis die Erfahrung gemacht dass mein Gebet mechanisch wird die Person hinter dem Namen Jesus Christus nicht mehr spüren kann.

00:25:42: Ich brauche immer so etwas wie einen emotional sinnlichen Anker, der mein Gebet lebendig hält und in Beziehung hält.

00:25:52: Und dabei helfen mir solche Imaginationen – ich sehe mich als der Jünger den Jesus liebte, der beim letzten Abendmahl an seinem Herzen ruht.

00:26:03: auch direkte Anreden in der Meditation.

00:26:08: Stumpfheit, meiner Müdigkeit, meine Unruhe, meine Zarissenheit helfen mir wieder präsent zu werden in Beziehung zu sein.

00:26:19: Wenn ich mich nicht mehr in Beziehen zu dem Träger des Namens weiß, verliert mein Gebet seine Ausrichtung seinen Fokus.

00:26:29: So darf ich das Bild Jesu in mir immer wieder neu zum Schwingen bringen und mit Leben

00:26:36: füllen.".

00:26:37: Ich kann mich in seine Geschichten einnisten, meinen Platz darin finden und mich in Seine Gesten einfühlen.

00:26:46: Nicht nur auf seine Worte hören, ihm auch sinnlich nahe kommen!

00:26:51: Ich kann seinen Namen im Herzen tragen, ich kann mich öffnen für seine Segenskraft und Friedenskraft.

00:27:07: tiefen und fruchtbaren Verbindungen zu dem Jesus Christus als dem Rabbi-und Menschensohn von Nazareth, und gleichzeitig diesem kosmischen Christusgeist lebt und schöpft.

00:27:21: Wird er zur einer Quelle der Inspiration?

00:27:24: Wirder zu einer Quellen der Hoffnung oder Heilung für die Menschen.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.