Magdalenensekunde - schon erlebt? Eine österliche Spurensuche

Shownotes

In dieser österlichen Episode geht es um einen Glutkern des christlichen Glaubens. Er verbindet sich mit der Osterbegegnung von Maria aus Magdala mit dem Auferstandenen Christus. Der Begriff "Magdalenensekunde" geht auf den Dichter Patrik Roth zurück. Er markiert den Moment, in dem wir uns als Angerufene für die Wirklichkeit Gottes öffnen. Ein Moment der Ergriffenheit, in dem sich alles wenden kann.

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00:00:23: Klosterflistern.

00:00:27: Willkommen zum Podcast aus dem Kloster Drübeck, mein Name ist Stefan Wohlfahrt und ich versuche auch mit dieser Folge meine Hörer anzuregen und neugierig zu machen auf das was für mich christliches Pyrothalität spannend heilsam und sinnstiftend macht.

00:00:46: heute die Magdalene Sekunde schon erlebt?

00:00:55: Ja, hast du schon mal was von der Magdalene Sekunde gehört oder sogar selbst eine erlebt?

00:01:03: Gehört davon wahrscheinlich eher nicht.

00:01:05: Erlebt vielleicht schon aber eher unbewusst.

00:01:10: Für mich ist die Magdalensekunde in diesem Jahr zu einem sehr anregenden Bild geworden das mir hilft berührt zu werden von dem Ostergeschehen Ja, von dem österlichen Geheimnis dass man eigentlich immer nur um Kreisen bestaunen kann ohne sie mal so ganz zu packen und zu halten und zu begreifen.

00:01:34: Ein Hinweis gibt es in dem Begriff Es geht nämlich um Maria von Magdala die oft auch einfach Maria Magdalena genannt wird.

00:01:45: Sie ist die erste Zeugin der Auferstehung.

00:01:47: Neben Maria der Mutter Jesu ist sie die einzige, die bis zuletzt unter dem Kreuz Jesu steht.

00:01:54: Sie wird in der alten Kirche als Apostelin der Apostel gewürdigt weil sie ja die Auferstehungsbotschaft zu den Jüngern gebracht hat.

00:02:07: Es gibt sogar ein Evangelium das ihren Namen trägt allerdings hat es keinen Eingang in den biblischen Kanon gefunden.

00:02:16: Viele Legenden erzählen von ihrem Leben und ihr Wirken.

00:02:22: Eine Frau, also die inspiriert und die eine enorm große Bedeutung hat.

00:02:32: Von dieser Maria ist einer der schönsten und zartesten Episoden der Ostergeschichte im Johannes Evangelium überliefert.

00:02:42: Da kommt Maria in der Frühe zum Grab.

00:02:46: Sie sieht!

00:02:47: Der Stein ist fortgerollt Das Grab ist leer.

00:02:51: Sie all zu Petrus, dem Jünger und dem anderen Jüngern den Jesus lieb hatte, so heißt es im Evangelium – und erzählt was sie gesehen hat!

00:03:05: Die beiden Jüngeren rennen zum Grab Maria hinterher also viel Bewegung.

00:03:11: Petrus schaut etwas ratlos rein als er in der Grabeshöhle steht.

00:03:17: Der andere Jüngere, in dem manchen auch Johannes sehen bekommt so eine Ahnung.

00:03:23: Das Evangelium schreibt, er sah und glaubte.

00:03:28: Aber er verstand noch nicht was da eigentlich geschehen war.

00:03:33: Schließlich kehren die Jünger zu den anderen zurück – Maria aber bleibt.

00:03:39: Immer ist sie die, die bleibt schon am Kreuz!

00:03:44: Sie ist in ihrer Trauer versunken und in der Vorstellung gefangen dass man den Leichnam Jesu weggeholt hat, das sie gar nicht recht wahrnimmt.

00:03:54: Dass ihr Engel begegnen, die Sie fragen, warum weinst du?

00:04:00: Und dann erscheint Jesus selbst, den sie für einen Gärtner hält!

00:04:04: Auch er fragt voller Mitgefühl – Warum weinst

00:04:09: Du?!

00:04:11: Wen suchst Du?

00:04:13: Doch sie geht gar nicht darauf ein, sondern fragt ihn kurioserweise ob er den Leichenamen weggetragen hat.

00:04:21: Also auch hier kein Erkennen.

00:04:23: Sie ist ganz in ihrer Trauer ihrem Verlust befangen, auf das Grabestunkel fokussiert, den fehlenden Leichnamen der ein weiterer Verluste für sie ist und sie ist gar nicht eine Lage sich für Gedanken anderer Art zu öffnen.

00:04:43: Das schließt sie aus.

00:04:46: Doch dann ruft der vermeintliche Gärtner sie mit ihrem Namen an Maria.

00:04:54: Und jetzt geschieht in diesem Anruf einer Kenne.

00:04:59: Sie weiß sich von ihrem Rabuni, ihrem Meister gerufen und wendet sich ihm zu.

00:05:06: Dieses angerufen sein hat etwas Lösendes ist selbst wie eine Auferweckung aus den Schatten der Umklammerungen des Trauer- und des Verlusts.

00:05:16: Und genau dieser Moment des Erkennens und Lösens ist die Magdalene Sekunde – nämlich als Maria am Ostermorgen in dem vermeintlichen Gärtner Jesus erkennt.

00:05:30: Sie wendet sich vom Grab weg und Jesus zu, vom Tod weg, dem Leben zu!

00:05:36: Der Auferstandene ruft sie beim Namen und im Klang ihres Namens aus seinem Mund wird sich seiner Präsenz bewusst und sie kann den überraschenden Gedanken in sich Raum geben erst auferstanden.

00:05:53: Hier ist so der Angelpunkt, der Knackpunkt der Geschichte.

00:05:57: Hier wendet sich was.

00:05:59: Hier leuchtet etwas auf hier dreht sich was und ich habe mich gefragt vielleicht erlebe ich ja auch meine Magdalene Sekunden wo sich in einer Begegnung etwas wendelt dreht auf scheint Ja, wo ich ein Moment der Christusgegenwörterfahre, wo Ich mich erkannt und berührt weiß wie Maria aus Magdalha.

00:06:27: Wo ich mich abwende von der Dunkelheit und Lehre dem Leben zu, plötzlich durchschaue ich das vordergründige Unsehe des Wirkliche!

00:06:36: Und vielleicht gibt es ja auch viele kleine unscheinbare Magdalhensekunden die aber alle etwas von diesem österlichen Überrascht- und Berührtsein in sich

00:06:46: tragen.".

00:06:49: Vor meinem Fenster auf dem Baum singt jetzt öfter eine Amsel.

00:06:54: Das bringt der Frühling halt so mit sich, doch in einem Moment der Klarheit berührt mich das Amsellied noch mal anders – die Amsel vor meinem Fenstern sinkt nicht einfach nur!

00:07:09: Sie sinkt für mich?

00:07:13: Ich flaniere durch meinen Garten, wo es gerade nur so primelt und leuchtet sieht schön

00:07:19: aus.".

00:07:21: Doch die Nazissen in meinem Garten blühen nicht nur einfach so.

00:07:26: Sie wollen von mir in ihrer Schönheit gesehen werden und mich

00:07:31: erfreuen.".

00:07:35: Der Mensch, der mir neulich seine Aufmerksamkeit schenkte, hörte mir nicht nur einfach zu.

00:07:43: Er spürte mich und ich wusste mich von ihm verstanden, erkannt, berührt.

00:07:53: Das Lächeln, das mich im Vorübergehend trifft ist mehr als eine nette Geste.

00:07:59: Es ist eine Botschaft der Güte und des Wohlwollens, dass uns Gott schenkt – eine Einladung!

00:08:06: Mich gesehen und lebendig zu wissen.

00:08:11: So lädt das Ostergeschehen uns ein spürsam zu werden für diese österlichen Momente, die Magdalene Sekunden, im Dunkel ein Licht anzünden und zur Freude und zum Staunen reizen wollen.

00:08:32: Vielleicht findest du deine ganz eigenen maktalenen Momente, in denen die österliche Wirklichkeit durch scheint?

00:08:42: Maria möchte in der Geschichte das Berührtsein am Ostermorgen festhalten – sie möchte den Auferstandenen halten!

00:08:51: Doch er sagt, halte mich

00:08:54: nicht.".

00:08:57: Die tiefsten Berührungen lassen sich nicht festhalten oder konservieren.

00:09:01: sie, sind Geschenk der Gnade in einem Moment der Empfänglichkeit.

00:09:06: Sie lassen unser Herz aufleben, rühren an unsere Sehnsucht und nähern die Seele mit Licht – doch sie sind flüchtig wie das Schmetterling auf der Blüte!

00:09:17: Doch ihre Berührung kann in uns nachklingen, kann uns erfüllen mit einer Atmosphäre von Lebendigkeit, Licht und

00:09:25: Freude.".

00:09:26: Sie können in uns den Impuls stärken, uns dem Leben zuzuneigen und eben nicht der Dunkelheit was ja manchmal wie eine Sucht sein kann.

00:09:36: Dort einer Hingabe an Melancholie und Dunkelheid, eine Hingage an den Augenblick der Erleuchtung des Erkennens, das Berührtseins Christus ist wahrhaftig auferstanden.

00:09:53: In diesem Moment der Überraschung des Stauns, der Freude Das Berührtseins kann uns die Wirklichkeit dieses alten Osterrufs aufscheinen.

00:10:08: Ich wünsche dir die Empfänglichkeit, dich von Magdalenen Sekunden überraschen und beschenken zu lassen, ins Stauen und Schauen zu kommen – und darüber österlich froh zu werden!

Kommentare (1)

Keristina

Es stimmt: Wir können diese plötzlich aufleuchtenden Momente mit dem Auferstandenen nicht festhalten, trotzdem sind sie unvergesslich und richtungsweisend, auch über Jahrzehnte hinweg! Schön, dafür einen neuen Namen zu haben: Magdalenenmomente!

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