Aufblicken - Kontemplation als Aufschauen zum Heilwerden
Shownotes
Wir leben in Zeiten, wo der Blick gefangen ist in Untergangsszenarien. Stärker werden die Kräfte, die sich nähren von der Angst und Unzufriedenheit, dem Schlechtreden, dem Herbeireden von Abstieg und Untergang. Sie hindern uns am Aufblicken, verstärken Vorurteile und Feindbilder. Und sie spalten. Wir leben mit einem Angstüberschuß und einem Hoffnungsmangel. Das Aufblicken in den offenen und weiten Himmel ist eine Haltung, die uns wehrhaft macht gegen die Angst und uns im Vertrauen gründet. Im Psalm 34 höre ich die Aufforderung: "Blickt auf zu IHM, so wird euer Gesicht leuchten." Um dieses Aufschauen, dieses Aufblicken geht es.
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00:00:26: Klosterflüstern!
00:00:28: Willkommen zum Podcast aus dem Kloster Drübeck.
00:00:32: Mein Name ist Stefan Wohlfahrt und ich versuche auch mit dieser Folge anzuregen und neugierig zu machen auf das, was für mich christliche Spiritualität spannend heilsam und sinnstiftend macht.
00:00:48: Heute Aufblicken und sich heilen lassen.
00:00:54: Kontemplation als Aufschauen Heil werden.
00:01:03: Manchmal leben wir ja in zwei Welten.
00:01:06: oder anders gesagt, für mich ist das Leben gerade eine sehr helle Seite aber die Dunkelste auch da.
00:01:15: vielleicht macht er ja ganz ähnlich Erfahrung.
00:01:18: In den letzten Wochen habe ich sehr viel Schönes erlebt und gesehen.
00:01:22: Das hat mich angerührt, genährt erfüllt und froh gemacht.
00:01:28: Ich habe aufgeschaut aus dem alltäglichen Und der Blick hat mich ins weite und offene getragen.
00:01:37: So war ich gerade mit einer Pilgergruppe in den Pyrenäen unterwegs, in uralten Städten und verwunschnen Dörfern immer die majestätischen Gipfel in der Ferne vor Augen und alles voll Frühlings sattem Grün in verschiedensten Noangsen was mir da entgegen Blüte grüßte und lockte.
00:01:59: Und auch die Gemeinschaft in der Gruppe hat mich aufblicken lassen, die Verbundenheit, die Heiterkeit.
00:02:05: Die wachsende Zusammengehörigkeit hat mich berührt und gestärkt.
00:02:12: Heimgekehrt in meinen Garten erwartete mich ein Rausch aus Rosen- und feinen Duftnoten von Jasmin, Gottesschöpfung und das Sein in Natur machen uns seiner Güte bewusst – und sie zeigen mit mir seinen verströmten Segen, sein Willen zum Leben, zum Guten.
00:02:33: Ich habe so sehr intensiv aufgeblickt und die helle Seite des Lebens verkostet – und bin dafür unendlich dankbar.
00:02:44: Im Kontrast dazu?
00:02:47: Das Weltgeschehen!
00:02:48: Mit Krieg, Elend, Zerstörung!
00:02:51: Mutwillig werden Kriege begonnen, planlos geführt, fassungslos macht mich
00:02:59: das.".
00:03:00: Es greift mich an in meiner Verfasstheit, ich fühle mich angefasst.
00:03:06: Ständig erreichen uns neue Untergangsszenarien.
00:03:09: das Gute des Dankenswerde wird unsichtbar gemacht.
00:03:14: Stärker werden die Kräfte, die sich nähern von der Angst und Unzufriedenheit dem Schlechtreden, dem Herbeireden vom Abstieg und Untergang – sie hindern uns am Aufblicken, verstärken Ängste, Feindbilder.
00:03:31: Das alles können wir nicht einfach wegschieben und verharmlosen, doch verschlingen lassen dürfen wir uns nicht davon.
00:03:39: Wir leben so habe ich's neulich gehört mit einem Angstüberschuss und einem Hoffnungsmangel.
00:03:47: Im Seilemvierendreißig höre ich Blick auf zu ihm.
00:03:52: So wird euer Gesicht leuchten.
00:03:56: Um dieses Aufschauen, dieses Aufblicken geht es mir
00:03:59: heute.".
00:04:01: und deswegen habe ich auch ganz positiv angefangen mit einer Erfahrung, ja die reines Aufschauen aufblicken ins offene Heller ist.
00:04:12: Und ich kann das auch ganz wörtlich und körperlich verstehen.
00:04:16: manchmal tut es bereits gut vor die Tür zu gehen den Kopf zu heben und in den offenen Himmel zu schauen oder einfach hinausgehen mich treiben zu lassen ins freie offene Weite.
00:04:31: dieses Aufblicken kann auch für eine Haltung, ein Arzt auf das Leben zu reagieren stehen.
00:04:41: Bei uns im Haus der Stille im Kloster Drübeck sehen wir unseren Auftrag heute darin Menschen zum Aufblicken aus diesem Raum der Angst und des Unsicherheit zu reizen.
00:04:53: Ich könnte auch sagen Wir möchten eine Haltung einüben die dem Licht zugewandt ist.
00:04:59: oft sind wir so fixiert und in Bannengehalten von Meinungen, Informationen und Stimmung.
00:05:06: im Aufblicken lösen wir uns aus dem Bann und gewinnen wieder den weiten freien Blick.
00:05:16: Dabei sehe ich Stille- und Meditation als wirkmächtige Instrumente um das Aufblücken des Aufschauen einzüben.
00:05:26: so liegt der Gedanke nicht weit dieses Aufbliken als eine kontemplative Haltung zu verstehen und zu praktizieren.
00:05:37: Kontemplation, ich habe das Wort jetzt hier schon mehrmals genannt Das ist für viele ein schwer zugänglicher Begriff.
00:05:46: Zuerst hat es mit einem tieferen Schauen zu tun Eine Aufmerksamkeit für das Leben Einem gegenwärtig sein dem Leben gegenüber.
00:05:56: Es ist zugleich ein loslassen eigener Gedanke und Motive und ein sich an Vertrauen, ein sich verbinden mit dem was gerade ist, das mir begegnet.
00:06:09: In der Kontemplation kann alles durchscheinend werden für die tiefere Wirklichkeit und dieses Aufschauen ermöglicht uns bei aller Negativität, die auf uns einstürmt, die uns umgibt im Vertrauen zu bleiben, die Hoffnung zu nähren Geborgenheit immer wieder zu finden.
00:06:37: Der Philosoph Bujungschul Hann beschreibt Kontemplation als eine Haltung der Aufmerksamkeit.
00:06:45: Mehr zu diesem Begriff könnt ihr in der nächsten Folge hören, zu Simon Wehl.
00:06:52: Kontemplations ist keine Technik die man in einem Kurs Malamt und in zehn Minuten am Morgen praktiziert sich nicht achtsamkeit im Sinne einer App die Klangschalen abspielt und den Stresspegel misst, sie ist eine bestimmte Art in der Welt zu sein.
00:07:09: Eine Art des Verweilens.
00:07:12: Ja ich möchte sogar sagen ein Widerstand gegen die ständige Beschleunigung!
00:07:17: Der kontemplative Mensch bleibt stehen wo er aktive weitergeht.
00:07:22: Er betrachtet wo der aktive schon orteilt.
00:07:26: Er wartet wo der Aktive eingreift und was tun muss?
00:07:32: Er lässt die Dinge auf sich wirken, anstatt auf die Dinge einzuwirken.
00:07:39: Das ist keine Passivität!
00:07:42: Es ist eine andere Form der Aktivität.
00:07:45: Der kontemplative Mensch sieht den Baum, an dem der Eilige vorüberläuft.
00:07:51: Er hört die Stille, die da laute Mensch übertönt.
00:07:56: Er spürt die Zeit, die der beschleunigte Mensch nicht mehr wahrnimmt... Kontemplation ist die Fähigkeit, die Welt zu empfangen anstatt sie zu bearbeiten und zu formen.
00:08:10: Es ist Schlicht Empfänglichkeit!
00:08:12: Und das schafft einen Raum der eine andere Weltwahrnehmung möglich macht – und er geschützt es vom Reisen- und Drängen der Antreiberinformation und Meinung.
00:08:25: Ich kann umgeben sein von Unheil und Bedrohung, doch ich kann aufschauen, kann mich verbinden mit heilender Gegenwart, mit Güte die man leben umfängt, die ich glauben und bezeugen kann.
00:08:41: In der Bibel Hebrächen Sprache gibt es so wunderbare Worte auch vom Klang her für die Qualitäten dieses Aufblickens- und sich verbindendstehen.
00:08:51: Ich verbinde mich mit Gottes Menuchah seiner Ruhe von der am siebten Tag der Schöpfung erzählt wird die eigentlich das Ziel der Schöpfung ist.
00:09:06: Ich erspüre seinen Chalom, was viel mehr ist als Frieden sondern Heil im ganzen Sinne!
00:09:13: ich miege mich an an seine Emunar, seine Treue, die so weit reicht wie die Wolken ziehen und ich lasse mich los in seine Cheset.
00:09:23: ein Wort dass für Güte Schönheit Gnade auch Anmut und Freundlichkeit und noch viel mehr steht.
00:09:32: In unserer leistungsorientierten Kultur befinden sich viele Menschen, wo Jungschul Han spricht von der Müdigkeitsgesellschaft in der wir heute leben.
00:09:44: Und so ist es ein Akt der Ermunterungen und der Erquickung uns immer wieder mit dieser großen Güte zu verbinden aufzuschauen zu ihr und das zu finden was Jesus Ruhe für die Seelen nennt.
00:09:58: kommt her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid.
00:10:02: Ich will euch erquicken!
00:10:06: Ich möchte sagen jeder kann ein Kontemplativer werden, dass ich nichts Exklusives.
00:10:13: im Zeitalter der Ablenkung der Überreizung ist es eine unglaubliche Herausforderung das Tempo herauszunehmen den Motor runterzuschalten Herz und Geist zur Ruhe kommen zu lassen und zu Gott aufzuschauen.
00:10:27: Es ist ein Übungsweg doch einer der sich lohnt.
00:10:30: Er macht uns frei von der Fixierung auf die vielen äußeren Reizahl das, was vereinnahmt bedrängt.
00:10:38: Auf diesem Weg kann Vertrauen und Zuversicht wieder wachsen!
00:10:42: Wir spüren Grund in der Bodenlosigkeit unserer Zeit und wissen uns verankert und gegründet im Fluss der Zeit.
00:10:52: Mit meinen Gedanken möchte ich ermutigen solche Weisen des Aufblickens
00:10:57: einzuüben.".
00:10:59: und Kontemplation als einen heilsamen und durchaus einfachen Weg zu entdecken.
00:11:05: Einfach aufschauen, mich verbinden mit der großen Güte die uns durch das Leben entgegenfließt.
00:11:12: Ich möchte ein paar Beispielen illustrieren wo das geschehen und eingeübt werden kann.
00:11:20: Ja heute Morgen war ich in meinem Garten und blickte zu einer prächtigen Rose auf.
00:11:29: Meine Sinne für ihre Schönheit, ihren Duft.
00:11:33: Und ich ließ alles andere los, gab mich ihrer Anmutung hin.
00:11:38: Ja, ich verband mich mit ihr, ließ mich von ihr berühren, von ihrem verströmenden Duft.
00:11:46: ein Gottesgruß für mich Zeichen seiner Güte, die mich zum Leben verführt.
00:11:56: Ich gehe an dem Spielplatz vor meinem Haus vorbei, sehe einen Kind ganz vertieft ins Spiel.
00:12:02: Ich blicke auf, verbinde mich mit der Hingabe dieser Selbstvergessenheit und diesem Präsent oder Beisein des Kindes im Spiel.
00:12:14: Und bin berührt von der schöpferischen und drohenden Kraft darin.
00:12:20: Und ich spüre diese schöpfere spielerische Kraft dann auch in mir und freue mich daran!
00:12:31: am Bahnsteig einer Großstadt in mitten unzähligere hektischer Bewegungen und Geräusche.
00:12:39: Ich spüre meine Füße, den Bodenkontakt die Verbundenheit mit dem Grund der Trägt.
00:12:45: Spüre durch den Atem in meiner Aufrichtung himmelwärts nach Ingen- und Aufblicken aus dem Äußeren Treiben.
00:12:54: Ich lege innerlich auf meinen Atem den Namen Jesus Christus Und gleich erscheint mir die Umgebung weniger getrieben und aggressiv, eher gehalten und gesegnet.
00:13:07: Die namenlosen Menschen um mich herum bekommen Gesichter und ich weiß mich ihnen verbunden.
00:13:18: Ich sitze am Morgen auf meinem Gebetsocker in meiner Gebetsecke.
00:13:23: Ich finde mich ein in dem neuen Tag.
00:13:26: Blicke auf zu der Güte, da ich vertraue.
00:13:30: Atme ein, atme aus!
00:13:32: Mit jedem Ausatmen lasse ich einige meiner Befürchtungen gegenüber dem Tag los, atme meine Lebensangst aus – das Gefühl, dem kommenden nicht gewachsen zu sein.
00:13:46: Atme ein!
00:13:48: Das Vertrauen gehalten und umsorgt zu sein….
00:13:52: Der Herr ist mein Hürte, mir wird nichts
00:13:55: mangeln.".
00:13:56: So fallen mir die Worte aus dem Psalm zu.
00:14:00: Du deckst vor mir den Tisch des Lebens, Deine Güte.
00:14:04: Reich zu weit der Himmel ist und deine Treue soweit die Wolken ziehen.
00:14:10: Güte und Barmerzigkeit werden mir folgen mein Leben lang!
00:14:15: Ja solche Worte aus dem alten Psalm stehen mir zur Verfügung um Hüllen und streicheln mich von innen her.
00:14:24: Und irgendwann braucht es keine Worte mehr nur Ausatmen.
00:14:29: Einatmen loslassen und neu gefüllt werden, das Verbrauchte abgeben.
00:14:36: Das Geschenk des Lebens neu aufnehmen.
00:14:40: Und irgendwann bin ich so präsent in meinem Leib, dass ich mich ganz leicht und getragen fühle.
00:14:47: Ich bin ganz bei mir, ganz bei Gott – und mit diesem Vertrauen kann ich gut in den Tag gehen.
00:14:57: Auch die Kämpfe und Schwierigkeiten, die mir
00:15:01: bevorstehen.".
00:15:03: weil ich weiß, ich bin gehalten und verbunden.
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