Am Seerosenteich oder wie ich die Welt sehe - Mit welchem Fokus wir durchs Leben gehen
Shownotes
Eine scheinbar zufällige Begegnung am Seerosenteich hat mich auf die Idee zu dieser Folge gebracht.
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00:00:23: Klosterflüstern!
00:00:25: Willkommen zum Podcast aus dem Kloster Drübeck.
00:00:28: Mein Name ist Stefan Wohlfahrt und auch mit dieser Folge versuche ich meine Hörer anzuregen und neugierig zu machen auf das, was für mich christliche Spiritalität spannend heilsam und sinnstiftend macht.
00:00:44: Heute am Seerosenteich oder wie ich die Welt sehe?
00:00:52: Mit welchem Fokus wir durchs Leben gehen.
00:00:57: Ja neulich lief ich im Schweigen mit einer Gruppe bei Naturexercitin an einen seerosen Teich im Wald, ganz in der Nähe von unserem Kloster.
00:01:08: Dort wollte ich die Gruppe zu einer Naturmeditation anleiten.
00:01:13: Als sich dort ankam, kam sofort ganz aufgeregt ein Mann auf mich zu und fragte ob ich denn von hier sei?
00:01:20: Und als ich das bejahete, fragte er ob ich den Anglerverein kenne, der den See gepachtet hat.
00:01:26: – Nee, sagte ich etwas irritiert.
00:01:30: So heimisch bin ich hier doch wieder nicht!
00:01:33: Dann schildert er mir sehr ausschweifend und aufgeregt, dass der See mit zu vielen Seerosen zugewachsen sei so das die Wildenden nicht mehr frei schwimmen können und zu wenig Futter bekommen und wir dann nun in Kontakt mit dem Angelverein kommen damit er die Mal den See abgrasen lassen könnte.
00:01:52: Im Rücken hatte ich eine eigentlich schweigende Gruppe Und ich musste fast etwas unhöflich werden, damit der Mann mich mit seinem Anliegen in Ruhe ließ.
00:02:04: Kaum hatte ich ihm den Rücken zugewendet, schilderte er sein Ansinn auch schon demnächst in unserer Gruppe, dass sich zu nah an ihn herangewagt
00:02:11: hatte.".
00:02:13: Ja, ich bin dann einfach mit der Gruppe ein Stück weitergegangen, wo der Mann nicht mehr so auf uns einreden konnte – ehrlich gesagt, ich war genervt!
00:02:26: Und ich fragte mich auch, wie dringend ist denn das mit den Seerosen und den Enten?
00:02:33: Da wir schweigend weiter gingen bis zur nächsten Station im Wald hatte ich Zeit über die Begegnung nachzudenken.
00:02:42: Ja da geht einer an diesem wunderbaren Seerosenteich in dem Wald und sieht sofort was stört und falsch ist – wenn man da jetzt in die Spur schicken muss damit es alles in Ordnung gebracht wird!
00:02:57: Die Welt in Ordnung bringen.
00:02:59: Eigentlich schön, wenn sich Leute kümmern.
00:03:02: Trotzdem irgendwie unpassend übergriffig.
00:03:07: und war es die Sache überhaupt wert, die Enten auf dem Teich schienen ganz munter und fröhlich ihre Bahn zu ziehen und gut zurechtzukommen trotz der fehlenden Seerosen Ja!
00:03:22: Und dann kommt so eine Gruppe aus dem Kloster im Schweigen Und schaut einfach nur, lässt die Schönheit des Ortes auf sich wirken wird still erfreut sich an ihm.
00:03:37: Zwei ganz verschiedene Zugänge zu einem Ort.
00:03:42: ja man könnte sagen zur Wirklichkeit und das ist nicht nur am Seerosenteich so aber da ist es mir noch mal bewusst geworden Ja und mir wurde bewusst dass wir zu Friedenheit und Glück finden Hängt stark damit zusammen, wie wir wahrnehmen was für einen Fokus wir haben.
00:04:03: Ich kann mit so einem Mangelblick durch die Welt laufen der immer sieht was fehlt und nicht richtig ist muss ich aber nicht.
00:04:11: das hängt natürlich auch damit zusammen wie befriedet mein Herz gerade ist.
00:04:17: Und noch etwas fällt mir an mir selbst aber in der Arbeit mit Gruppen auf Es hilft ein Maß an Übung um nicht mit diesem Mangelblick durch die welt zu laufen.
00:04:29: Ich kann sozusagen meinen Blick trainieren, mein Fokus ausrichten damit er das helle Gute oder sogar das Verkommene und Schöne wahrnimmt.
00:04:39: Gerade die Natur in ihrer Fülle beschenkt uns da!
00:04:44: In den Nachrichten, die ich einmal am Tag höre dominiert der Mangel – das Negative, dass missglückte.
00:04:54: Deshalb führe ich als Gegengewicht ein Tagebuch dass ich all das schreibe, was mich freut.
00:05:00: Was vorkommen ist!
00:05:03: Was gelingt?
00:05:03: Was Hoffnung macht?
00:05:06: Manche Dinge lassen sich am besten in kleinen Geschichten erzählen.
00:05:11: Ein kleiner Dialog und eine Kurzgeschichte möchte ich noch zu Gehör bringen.
00:05:16: Zuerst ein Dialog oder besser gesagt kein Dialog zwischen Vater und Tochter.
00:05:23: Sie mal die Möwen, schrie das Kind begeistert am
00:05:28: Meer.".
00:05:30: Lästige Fresser, meinte der Vater.
00:05:34: – Wie schön Sie fliegen!
00:05:36: – sagt sie das Kind.
00:05:39: Die scheißen uns gleich auf den Kopf, sagte der Vater .
00:05:44: – Sie sind wie Silberflocken die in die Sonne schwimmen, meint das Mädchen.
00:05:53: Abschießen sollte man die Bieste, der Vater Ja.
00:06:00: da muss man nichts mehr erklären oder hinzufügen.
00:06:05: Von Anais Nin stammt der Spruch.
00:06:09: Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, sondern wie wir sind!
00:06:15: Und Jesus könnte dazu sagen Wenn dein Auge gesund ist wird auch dein ganzer Körper hell
00:06:22: sein.".
00:06:23: Das steht im Lukas Evangelium.
00:06:27: Zuletzt eine Kurzgeschichte.
00:06:31: Zu einem weißen Mann kam ein Fremder um sich in dessen Stadt niederzulassen.
00:06:36: Er fragte ihn Was für Leute wohnen hier?
00:06:41: Der Weise, aber wollte zuerst wissen was für Leute wohnt in deiner Heimatstadt.
00:06:47: Ach!
00:06:48: unfreundliche egoistische Menschen!
00:06:51: So so entgegnert der Weise.
00:06:55: Die gleiche üble Sorte wohnt auch hier.
00:07:01: Kam ein Antrag zu ihm mit derselben Frage.
00:07:04: Auch diesem stellt er zuerst die Gegenfrage, was für Menschen wohnen in der Stadt, in der du bisher wohntest.
00:07:13: Der Fremde Ich ziehe nur ungern nach hier Denn dort wohn'n sehr liebenswürdige Menschen.
00:07:22: Da beruhigte ihn derweise.
00:07:24: Solch prächtige Menschen erwarten dich auch?
00:07:29: Hier Eine Segensbitte des Apostel Paulus als Schlusspunkt und Zuspruch hell sehr in Anführungsstrichlichen, die keine Schwarzseher sein möchten.
00:07:47: Gott gebe Euch erleuchtete Augen des Herzens, damit Ihr erkennt zu welcher Hoffnung Ihr berufen seid!
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